Worüber kann ich nur schreiben? (Teil 3)

Am beliebtesten beim Leser und damit auch beim Redakteur sind Texte, die ihm etwas bringen. Neues Wissen, Verständnis eines komplexen Sachverhaltes oder Unterhaltung zum Beispiel. Doch wie finde ich die richtigen Themen? In dieser Reihe wollen wir dazu einige Tipps geben. Heute: Anwendungsberichte. Sie sind spannender und unterhaltsamer als reine Produktbeschreibungen und lassen sich oft leichter realisieren als Sie jetzt vielleicht denken.

Bild: © Coloures-Pic - Fotolia.com

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Produkte werden gekauft, um angewendet zu werden. Das heißt hinter jedem verkauften Sensor, Motor oder Softwarepaket verbirgt sich eine Anwendung, die sich für die eigene Pressearbeit nutzen lässt. Zu wissen, was Ihr Kunde mit dem gekauften Produkt tut, ist also schon die halbe Miete auf dem Weg zu einem erfolgreichen Anwendungsbericht. Dabei spielt es erst mal keine Rolle, ob es sich um eine Anwendung handelt, bei der sich viele weitere potentielle Anwender wiederfinden, oder eine exotische Lösung, die besondere Spannung und damit Aufmerksamkeit erzeugt.

Wecken Sie die Begeisterung Ihres Außendienstes für Fachartikel.
In beiden Fällen beschreiben Sie die Anwendung und begründen, warum der Kunde gerade Ihr Produkt gewählt hat, wie sich dadurch die Applikation verändert oder verbessert hat. Hierfür kann Ihnen der zuständige Außendienstler oder Vertriebsingenieur die notwendigen Informationen liefern. Er hat den Kunden bei der Auswahl unterstützt, kennt die Anforderungen vor Ort und kann noch fehlende Informationen sowie die passenden Fotos zur Bebilderung des Artikels im direkten Kontakt beschaffen.

Der erste Schritt zu erfolgreichen Anwendungsberichten heißt also: Binden Sie Ihren Außendienst ein. Wenn es gelingt, bei diesen Mitarbeitern eine Begeisterung für Fachartikel zu wecken, haben Sie immer genügend Themen. Zudem kann der Vertriebler den Kontakt zum Kunden erleichtern bspw. bei Rückfragen und der obligatorischen Freigabe. Starten Sie doch einfach einmal einen Versuch. Anwendungsberichte sind eine gute Ergänzung zu Produkt- und Firmenmeldungen, Interviews oder technischen Grundsatzartikeln.

Praxistipp
Nennen Sie den Mitarbeiter doch mal als Co-Autor, schließlich war er maßgeblich an der Recherche beteiligt. Das zeigt Wertschätzung für einen wichtigen Beitrag.
Ellen-Christine Reiff

Ellen-Christine Reiff

Hat deutsche Philologie studiert und war danach bei Theater und Fernsehen tätig. Seit 1986 arbeitet sie als freie Technik-Journalistin mit Schwerpunkt Optoelektronik, elektrische Antriebstechnik, Elektronik und Messtechnik.

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