Was bleibt beim Leser hängen?

Gum on the ShoeEgal, was man sagt oder schreibt – am Ende zählt nur das, was beim Empfänger ankommt. Wird dieser mit Informationen überfrachtet, nimmt er nur einen Teil davon auf. Das Ziel muss guter „Content“ sein, der in der Informationsflut heraussticht.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was beim Lesen hängen bleibt, habe ich vor kurzem an einem Experiment teilgenommen. Ich bekam eine Zeitschrift und 20 Minuten Zeit zum Lesen. Nach nur fünf Minuten wurde ich unterbrochen und musste mehrere Fragen beantworten, darunter:

  • Was ist der Name der Zeitschrift?
  • Was steht auf der Titelseite und der letzten Seite?
  • Was ist die Titelstory? Von welchem Unternehmen und Thema handelt diese?

Was mir im Kopf blieb, waren eine Anzeige im Umschlag und das Titelbild – eine große Explosion. In der Titelstory ging es um Ex-Schutz, ein spannendes Thema. Wäre das Bild langweilig gewesen, z.B. ein Messgerät für Gase, womöglich noch in einer sauberen Umgebung, ich hätte zuerst eine andere, für mich interessantere Geschichte gelesen, obwohl der Ex-Schutz-Text ja genau der gleiche und genau so interessant wie ohne Explosionsbild geblieben wäre.

Ein guter Text, der untergeht, bringt nichts

Fast niemand liest eine Fachzeitschrift vollständig.
Würden alle Leser die Zeitschrift vollständig lesen, änderten ansprechende Bilder nur die Reihenfolge. Aber in der Realität haben wir kaum Zeit, eine Fachzeitschrift von vorne bis hinten zu lesen. Wir selektieren, was uns auf den ersten Blick anspricht. Wenn Ihr Text auffällt, wird er also deutlich häufiger wahrgenommen. Ansprechende Bilder helfen dabei, aber auch eine gute Überschrift macht neugierig und während eine Wand aus Buchstaben den Leser abstößt, lädt ein von Zwischenüberschriften strukturierter Text zum Lesen ein.

Wer viele Leser lockt, sollte auch gute Inhalte liefern.
Den Text mit gutem Bildmaterial auffällig zu gestalten macht natürlich Arbeit und sollte auf keinen Fall auf Kosten der Textqualität gehen. Wenn man schon viele Leser lockt, sollte man auch gute Inhalte liefern. Zum Glück gibt es Profis, die Texte gut schreiben und strukturieren können, aber die Bilder wählt Ihr Unternehmen dennoch oft selbst aus. Trauen Sie sich, Ihr Produkt im rauen Einsatz zu zeigen! Das schmerzt vielleicht den Stolz des Entwicklers, beim Leser kommt das aber sehr gut an. Er sieht darin Praxistauglichkeit, Robustheit und wird vielleicht sogar inspiriert, wie er es selbst einsetzen könnte. Und es verführt ihn dazu, Ihren guten Text zwischen all den anderen überhaupt erst zu lesen.

Bild: HasanEROGLU / Fotolia.com

Marco Antoni

Marco Antoni

Hat nach dem Studium der Physik als Entwickler gearbeitet und ist seit 2015 für das rbs tätig. Im Internet finden Sie ihn auch bei Xing und Twitter.

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