Öffentlichkeitsarbeit quer gedacht

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Darin sind wir uns einig: Pressearbeit ist nach wie vor ein gutes Mittel, um Informationen zu erklärungsbedürftigen Produkten an den Mann respektive die Frau zu bringen. Einig sind wir uns aber auch: Gute Pressearbeit ist mit Aufwand verbunden, einen Aufwand, den nicht jeder leisten kann. Das gilt insbesondere für Unternehmen, bei denen Mitarbeiter den Bereich PR „nebenbei“ betreuen müssen. Deshalb also besser ganz auf Pressearbeit verzichten, ist aber nicht nötig. Das wird schnell deutlich, wenn man die Wurzel des „Problems“ betrachtet.

Was brauche ich alles für eine Presseaktion? Zuerst einmal ein geeignetes Thema, dann jemanden, der dazu einen informativen, interessanten, attraktiven Text schreibt. Dann brauche ich Bildmaterial zum Text. Natürlich soll der Text auch veröffentlicht werden, also muss er zu den richtigen Redaktionen. Das geht nicht ohne den passenden Presseverteiler und ein ansprechendes E-Mail-Anschreiben muss auch noch her. Und dann will ich natürlich im Nachgang auch die Veröffentlichungen erfassen. Das klingt nach einem ganz schönen Gesamtaufwand.

PR, Stress- und Frustfaktor

Alle Schritte für eine PR-Aktion richtig zu machen kann einen Mitarbeiter voll auslasten.
Und tatsächlich brauchen viele dieser einzelnen Schritte nicht nur das richtige Know-how, sondern auch Zeit. Eine Liste zu erstellen, mit den Zeitschriften, in die genau dieser Text perfekt passen würde, erfordert viel Arbeit. Eine Idee finden für ein ansprechendes E-Mail-Anschreiben kann zeitaufwändig sein. Der Text selbst natürlich auch, Recherche, Schreiben, Überarbeiten, noch mal Überarbeiten und noch mal Überarbeiten. Bildideen braucht es und dann natürlich auch die Bilder. Das alles richtig zu machen würde oft schon eine Person im Unternehmen voll beschäftigen, aber nicht selten ist der zuständige Mitarbeiter noch mit vielen anderen Aufgaben betraut. So wird Pressearbeit oft nebenbei betrieben und nicht selten zum Stress- und Frustfaktor. Pressearbeit, auch das noch!

Sammeln und weitergeben

Viel Stress und Frust lässt sich einsparen, wenn man sich die Frage stellt: Welche der zuvor genannten Schritte lassen sich auslagern? Oder andersherum: Welche Aufgaben muss ich wirklich selbst machen. Schnell wird deutlich, dass sich die Funktion des PR-Mitarbeiters in einem Unternehmen auch anders nutzen lässt. Sammeln und Weitergeben ist dann die Devise.

Was muss ich selbst machen?

Themenfindung, Informationen & Bilder beschaffen, Endkontrolle
Welche Themen für eine Pressemeldung oder einen Fachartikel dran sind, muss inhouse beschlossen werden. Aber schon hier kann ein Externer Hilfestellung leisten. Informationen müssen vom eigenen Unternehmen bereitgestellt werden. Und auch einen fertigen Text auf seine fachliche Richtigkeit prüfen können nur die eigenen Experten. Schließlich müssen Bilder im eigenen Hause beschafft oder die Aufträge für die Aufnahmen erteilt werden. Die Ideenfindung für geeignete Motive lässt sich aber durchaus auslagern.

Was kann ich auslagern?

Recherche, Schreiben, Anschreiben & Verteiler, Veröffentlichung
Ebenfalls auslagern lassen sich die wesentlichen zeitaufwändigen Posten wie Recherche, Schreiben, Überarbeiten, individuelle Verteiler erstellen, Anschreiben an den Redakteur vorbereiten sowie die Veröffentlichungsnacharbeit. Dann reduziert sich der Arbeitsaufwand für einen PR-Mitarbeiter deutlich. Der Job lässt sich einfacher „nebenher“ erledigen: Der PR-Mitarbeiter ist Schnittstelle zum externen PR-Dienstleister. Er stellt die Kontakte her und koordiniert Bildbeschaffung und Textfreigabe. Wir kennen Beispiele von kleinsten Unternehmen, die auf diesem Weg in der Öffentlichkeit deutlich „größer“ wahrgenommen werden.

Wer Zeit und Muse hat, seine Presseaktionen komplett selbst durchzuführen, soll das gerne und mit Leidenschaft machen. Für wen PR aber hauptsächlich mit Stress und Frust verbunden ist, der sollte anstatt darauf zu verzichten einmal darüber nachdenken: Wie wäre es mit Ideen sammeln und dann alles Weitere auslagern?

Bild: © Daniel Coulmann – Fotolia

Nora Crocoll

Nora Crocoll

Hat Technische Redaktion studiert und arbeitet seit 2005 als freie Technik-Journalistin für das rbs. Ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Pressearbeit für die Automatisierungsbranche hat sie im Praxisbuch "Wirkungsvolle Produkt-PR: Einblicke in die Welt der Fachpresse" zusammengefasst.

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