Noras Welt: Leerzeichen-Bastelbogen

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Ich kann das ja sehr gut verstehen: Wenn man schon einen Fachartikel schreibt, will man möglichst viele Inhalte unterbringen. Das Problem ist nur, die Texte werden dadurch einfach nicht kürzer. Und das gerät dann mit einer anderen Sache in Konflikt: Der Platz in Zeitschriften ist begrenzt. Je länger ein Text, desto niedriger sind seine Chancen veröffentlicht zu werden.

Manches Mal kommen unsere Texte von der Kundenkorrektur mit zweitausend zusätzlichen Anschlägen zurück. Wenn wir dann auf die reduzierten Veröffentlichungschancen hinweisen und dem Kunden nahelegen zu kürzen, führt das bei ihm oft zu Kopfzerbrechen. Eine charmante Lösung hatte ich neulich: Der Kunde kürzte auf meine Empfehlung tatsächlich und schrieb mir dann, der Text habe jetzt nur noch 9.000 Anschläge. Ohne Leerzeichen. Grob überschlagen, ein Text mit 9.000 Anschlägen hat wohl deutlich über 1000 Wörter und zwischen jedes Wort gehört ein Leerzeichen. EsmachtirgendwiedasLeseneinfacher, oder?

Leerzeichen machen das Lesen leichter
Aber da kam mir die Idee, wie Redakteure ihr Heft revolutionieren können: Leerzeichen zum Kopieren und selbst einkleben. Der Redakteur druckt einfach an den Heftanfang ein Leerzeichen, der Leser kann es sich ausschneiden, beliebig oft kopieren und an notwendiger Stelle einkleben. Und schon haben Redaktionen viel mehr Platz für Text in jedem Heft.

Tipp:

Fachartikel mit einem maximalen Umfang von 8.000 Anschlägen (inklusive Leerzeichen) haben gute Chancen, veröffentlicht zu werden. Kastentexte mit Infos zur Firma oder einem im Text erwähnten Produkt sollten jeweils nicht länger als 1000 Anschläge sein.

Nora Crocoll

Nora Crocoll

Hat Technische Redaktion studiert und arbeitet seit 2005 als freie Technik-Journalistin für das rbs. Ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Pressearbeit für die Automatisierungsbranche hat sie im Praxisbuch "Wirkungsvolle Produkt-PR: Einblicke in die Welt der Fachpresse" zusammengefasst.

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