Machen Sie’s besser!

Meine Kollegen und ich rätseln, was es wohl bedeutet „restlos schlank“ zu sein? Was bleibt dann von uns noch übrig? Wieder einmal eine Lektion zum Thema: „Von den Fehlern anderer lernen.“

Mein Chef hat mir eine Spam-Mail weitergeleitet; man kann ja auch vom Negativ-Beispiel lernen. Sicher treiben Sie es mit Ihren Pressetexten nicht so schlimm. Aber lassen Sie uns zur Erheiterung mal das Beispiel anschauen. Und manchmal merkt man ja während des Lachens auch – uups, das mache ich oft gar nicht so viel anders. Da stand:

In 30 Tagen restlos schlank! Seit der TV-Sendung mit Dr. Jensen als Schlank-Gutachter steht nicht nur Dänemark Kopf …

Restlos schlank. (Bild: opencliparts.org)

Restlos schlank. (Bild: opencliparts.org)

Nicht zuletzt, weil Redakteure ihre Arbeit gut machen, habe ich in der Automatisierungs­fachpresse bislang von wenigen Erfindungen gelesen, die ein ganzes Land zum Kopfstand animieren. Manche Produktmeldungen erwecken aber den Eindruck, als gelinge das zumindest mit einer ganzen Branche. Ich lese meine Spam weiter und entdecke in nur einem Satz „phantastisch“, „mühelos wie im Schlaf abnehmen“ und „den natürlichen Kalorien-Abbau verzehnfachen“. Viel heiße Luft und jede Menge Übertreibungen für einen Satz. Das überzogene Beispiel zeigt, was sie mit uns machen. Sie schrecken uns ab, nehmen einem Text alle Glaubwürdigkeit. Auch dann, wenn sie nicht so extrem ausgeprägt sind.

Abgesehen davon entstehen durch Übertreibungen oft auch ziemlich sinnfreie Aussagen. Oder können Sie uns weiterhelfen, was bedeutet denn nun „restlos schlank“? Auch davon können wir „Schreiberlinge“ lernen. Welche Bilder entstehen in den Köpfen unserer Leser durch unsere Formulierungen? Gerade bei Übertreibungen oder Superlativen besteht die Gefahr falsche oder sehr verzerrte Bilder zu zeichnen, die letzten Endes nicht zielführend sind.

Alex Homburg

Alex Homburg

Alex Homburg ist gelernter Wirtschaftsingenieur und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Brücke zwischen Industrie und Fachpresse zu schlagen. Seit 2001 berät er beim Redaktionsbüro Stutensee Unternehmen der Automatisierungsbranche in Sachen Fachpressearbeit.

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