Den Feinschliff eines Textes beschleunigen (Teil 2 der Serie)

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So helfen Kollegen dabei, die Qualität von Texten zu erhöhen und die Produktionszeiten zu verkürzen.

Wie bereits im letzten Teil dieser Mini-Serie erwähnt, braucht Texten Zeit und Muße, die man nicht immer hat. Beim ersten Teil der Serie lag der Schwerpunkt darauf, wie man Schreibblockaden durchbrechen und mutig mit dem Schreiben anfangen kann. Dieses Mal stellt sich die Frage, wie sich der Feinschliff eines Textes beschleunigen lässt.

Logische Brüche, unschöne Formulierungen finden

Steckt ein Autor tief in der Thematik, erkennt er Fehler oft nicht
Ist der Text geschrieben, lässt man ihn am besten erst einmal einige Tage liegen und kümmert sich dann um Detailformulierungen und den Feinschliff. Warum? Je mehr man sich mit einer Materie auskennt, desto besser versteht man einen Text zum entsprechenden Thema; auch dann, wenn er nicht gut geschrieben ist oder relevante Informationen fehlen. Das informierte Gehirn ergänzt diese einfach. Steckt ein Autor tief in der Thematik, erkennt er Fehler oft gar nicht. Er braucht eine Pause, Abstand.

Kollege hilft

Das ausgeruhte Gehirn kann unvoreingenommener an den Text heran gehen
Hier kann aber fast jeder Kollege helfen, der bereit ist Feedback zu geben. Oft ist es sogar gut, wenn er ein technisches Grundverständnis hat, sich aber in der konkreten Materie nicht allzu gut auskennt. Damit ist er nämlich der „echten“ Leserzielgruppe meist gar nicht so unähnlich. Wo er sagt „diesen Teil verstehe ich nicht“ liegt es selten an seinem fehlenden Fachwissen als vielmehr an einem logischen Bruch in der Formulierung. Der Autor hatte sich so tief mit der Thematik befasst, dass er vielleicht einen wichtigen überleitenden Satz von A nach C vergaß niederzuschreiben. B schien im selbstverständlich, dem Leser aber nicht. Solches Feedback von Kollegen kann also, wenn man es richtig aufnimmt, äußerst hilfreich sein. Das gilt auch für holprige Formulierungen. Das ausgeruhte Gehirn merkt sofort, dass „breite Bandbreite“ wirklich nicht schön ist, das verkrampfte hatte das überhaupt nicht wahrgenommen. Auch hier kann der Kollege unvoreingenommener an den Text heran gehen.

Feedback – konkret und respektvoll

Damit man das Feedback des Kollegen auch umsetzen kann, braucht es zwei Dinge. Das eine ist der respektvolle Umgang miteinander. Wichtig ist zu wissen, dass es beim Feedback und geäußerter Kritik an der Sache nicht um die Person geht. Wo der Team-Spirit stimmt, muss das nicht extra erwähnt werden. Es geht nicht darum, dem ungeliebten Kollegen eins auszuwischen, sondern gemeinsam als Team ein besseres Ergebnis zu erreichen. Und zweitens gilt, je konkreter ein Feedback, desto besser. Denn mit einem „Der Text gefällt mir nicht“ ist niemandem gedient.

Änderungsmodus und Kommentare

Wir arbeiten dazu gerne mit dem Änderungsmodus unserer Textverarbeitungssoftware und schreiben Änderungsvorschläge direkt in den Text hinein, streichen Worte oder ergänzen welche. Typische Anmerkungen sind z.B. Wortwiederholungen, Logikbrüche oder Alternativen zu unschönen Formulierungen.

Zudem arbeiten wir mit Kommentaren. Diese fügen wir dort ein, wo wir Passagen nicht verstehen oder um zu erklären, wo wir das Problem sehen. Manchmal schreiben wir dort hinein auch einfach nur eine Frage zum Sicherstellen, dass wir den Text richtig verstanden haben. Haben wir das nicht, muss der Autor noch einmal umformulieren. Kommentare nutzen wir auch, wenn wir Informationen zu einem Thema ergänzen möchten. Es kommt vor, dass wir beim Gegenlesen Verbesserungsvorschläge zur Textstruktur haben. Diese vermerken wir ebenfalls in Kommentarfeldern. Und manchmal verlassen wir einfach unseren Schreibtisch und diskutieren persönlich über die eine oder andere Lösung mit unserem Kollegen. Immer mit dem Ziel, relevante Informationen optimal zum Leser zu transportieren. Zusammen mit Wilson und hilfsbereiten Kollegen lässt sich also so manche Schreibblockade lösen und holprige Formulierung werden geglättet.

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Dieser Beitrag gehört zur Serie: In der Ruhe liegt die Kraft
Nora Crocoll

Nora Crocoll

Hat Technische Redaktion studiert und arbeitet seit 2005 als freie Technik-Journalistin für das rbs. Ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Pressearbeit für die Automatisierungsbranche hat sie im Praxisbuch "Wirkungsvolle Produkt-PR: Einblicke in die Welt der Fachpresse" zusammengefasst.

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