Geld regiert die Presse-Welt

Kürzlich kam auf einem Presseseminar die Frage auf: Was will die Presse vom Marketing-Mitarbeiter eines Unternehmens? Die Antwort war für viele Teilnehmer ernüchternd, aber auch aufschlussreich


Die Presse will Ihr Geld.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie in Ihrem Unternehmen in irgendeiner Form mit Marketing oder PR zu tun haben. Dann betrifft auch Sie die Frage: Was will die Presse von Ihnen? Die Antwort ist komplex und nicht so einfach zusammenzufassen? Doch, sie will Ihr Geld. Ob durch Anzeigen, Titelseiten bzw. bezahlte Titelstories, Beilagen, Beihefter, Sonderdrucke von Artikeln, Sonderpublikationen oder Ähnliches ist dabei erst einmal zweitrangig. Neben Ihrem Geld freut sich ein Redakteur natürlich auch über Unterstützung in Form von guten, einzigartigen und druckreifen Informationen, die ihm möglichst wenig Arbeit machen. Wenn Sie ihm zudem dabei helfen, sich von seinen Wettbewerbern zu unterscheiden, ist das ein weiteres Plus. Denn darin sind Sie und der Redakteur sich einig: Eine höhere Auflage, also mehr Leser, ist besser für beide Seiten. Und das erreicht man durch Einzigartigkeit.

Was will ich von der Presse?

Sie wollen das Geld Ihrer Kunden.
Und damit sind wir auch schon bei der Frage, was Sie von der Presse wollen? Auch hier ist die Antwort im Grunde einfach: Sie wollen Unterstützung dabei, ans Geld Ihrer Kunden zu kommen. Komplexer formuliert lauten Ihre Ziele: Sie wollen Ihr Unternehmen am Markt positionieren, Kundenvertrauen gewinnen, Präsenz und Stabilität zeigen, Produkte bekannt machen und natürlich neue Kunden gewinnen. Oder anders ausgedrückt: Der Redakteur soll Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen dabei helfen, bekannt zu werden.

Ist das denn so schlimm?

Hand aufs Herz: Kurz nimmt uns das die rosarote Brille, zerstört das Bild, das wir über die Fachpresse hatten. Aber Enttäuschung bedeutet im positiven Sinne ja nur, dass uns die Täuschung genommen wurde und wir etwas nun klarer sehen. Die wenigsten Fachzeitschriften der Automatisierungsbranche finanzieren sich durch Abos, genau genommen fällt mir gerade keine ein, die das überhaupt tut. Mit diesem Wissen im Hintergrund können Sie Ihre Pressearbeit nun ganz anders angehen. Mittelfristig muss auch bei der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den Fachredaktionen für beide Seiten eine Win-Win-Situation entstehen, wie Sie es auch beim Verkauf Ihrer eigenen Produkte anstreben.

Titelbild: © THANANIT / Fotolia

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Nora Crocoll

Nora Crocoll

Hat Technische Redaktion studiert und arbeitet seit 2005 als freie Technik-Journalistin für das rbs. Ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Pressearbeit für die Automatisierungsbranche hat sie im Praxisbuch "Wirkungsvolle Produkt-PR: Einblicke in die Welt der Fachpresse" zusammengefasst.

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